thestiller.de / ATTACK OF THE 50 FT SURICATES!



08. September 2009 FĂĽr die linke Spur zu langsam…

…fĂĽr die rechte Spur zu schnell. Das sang einst Tom Liwa. Und irgendwie passt das zum heutigen Tag. Ich hätte auf meine Katze hören sollen. Die krallte sich heute morgen in mein T-Shirt, als ich aufstehen wollte. Bleib liegen, schien sie anzudeuten. Aber meine innere Stimme antwortete, nein, heute steht zuviel an. Ich riss die Fenster auf und mir schlug 8°C kĂĽhler Nebel entgegen, der meiner Katze beiseite springen wollte. Das Fenster war schnell wieder zu.

Aber heute war halt der Wurm drin. Die erste Station war der Zahnarzt. Ich sollte gekrönt werden, doch die Krone passte nicht. Gut, damit hatten sicher schon manche Könige und Kaiser zu leben, aber ich darf nun nächste Woche wieder zur Anprobe. Von Wiesbaden wollte ich nach Mainz in die Uni, doch der Zug fiel aus. Passend zum Wetter kaufte ich mir im nahegelegenen Einkaufszentrum einen Schal gegen die morgendliche Nebelkälte und einen Iced Cafe Mocha Raspberry gegen die Mittagshitze.

In Mainz ging es erst einmal in die Bibliothek. Die wird, Semesterferien hurra, umgebaut. Es wurde gehämmert, gebohrt, geflucht. Letzteres erst vom Bauarbeiter, nach einer Stunde von mir. Nase voll, Kopf leer. Hat was von Grippe. Aber es stand ja noch ein Programmpunkt auf dem Tagesplan: die Wahlkampfveranstaltung von Frank-Walter Steinmeier.

Doch Herr Steinmeier verspätete sich, musste ja heute noch im Bundestag sprechen. Die MdBs Hagemann und Hartmann machten eine Art Antiwahlkampf, zumindest wirkten sie nicht sehr wählbar. Frau Ahnen steckte dem Moderator einen Zettel mit vorgefertigten Fragen in die Hand um Antworten zu geben, die nicht dazu passten. Und dann wurde noch Autorin Annegret Held auf die Bühne gekarrt, die, wenn sie so schreibt, wie sie spricht, so etwas wie der Uwe Boll der Literaturszene sein dürfte. Furchtbar.

Und dann? Dann musste ich zum Zug. Auf dem Weg dort hin rauschte er dann immerhin an mir vorbei, der Kanzlerkandidat. Dank der Lautsprecher hörte ich zumindest noch die Begrüßung durch Kurt Beck. Und ich dachte mir: Warum haben sie den nicht schon früher auf die Bühne gekarrt? Man kann ihm ja manches vorwerfen, aber Beck kann reden, kann unterhalten. Bei solchen Veranstaltungen braucht man doch Stimmung. Brot und Spiele. Davon war bei Hartmann, Hagemann und Ahnen jedoch nichts zu spüren. Sehr schade. Und so saß ich im Zug, als Steinmeier sprach, vermutlich eloquent und spannend und so, wie man ihn gerne hört. Aber es war halt nicht mein Tag. Am 15.09. geht es dann zu Frau Merkel in Koblenz. Mal schauen, was sie so zu sagen hat. Auch wenn mir der Vergleich zu Steinmeier nun fehlen wird.

12. August 2009 …und dann schlägt dein Herz!

Immer wieder ein gutes GefĂĽhl und doch gar kein so bekanntes. Die Hausarbeit vor sich liegen zu haben. Ich bin ein Aufschieber. Ich besuche Seminare, finde sie toll, halte Referate, lese manchmal auch die PflichtlektĂĽre. Aber die Hausarbeit, die schiebe ich auf. Bis ich einen ganzen Berg zu schreiben habe und dieser Punkt ist erreicht. Der Rappel ist da, der Wunsch endlich die Uni zu verlassen, auch wenn die Seminare auf einmal interessanter klingen, gute Dozenten da sind und selbst der Kaffee besser schmeckt. Egal.

Die erste Hausarbeit ist fertig. Punktlandung. Heute ist Abgabe, heute wurde ich fertig. 20 Seiten auf Englisch, da bin ich als Deutsch- und Sozialkundedozent natĂĽrlich halbwegs gestresst und glĂĽcklich eine quasi native speakerin als Freundin zu haben, die meine Grammatik irgendwie hinbiegt. War schon in der Schule mein Problem, trotz Englisch-LK. Content super, Grammar mies. Hat dazu gefĂĽhrt, dass ich fĂĽr die Abiklausur kein bisschen Inhalte gepaukt habe, sondern mich mit einem Oxford Grammar Learning-Buch auf den Balkon verzogen habe. Hat gewirkt. Gut, mit der Hausarbeit kann ich nicht mehr viel Schaden anrichten, dank Referat und zweier Essays steh ich recht gut da.

Und jetzt, da ich schon zwei Absätze in wenigen Minuten, fast Sekunden runter getippt habe, da merke ich wieder, wieviel leichter es ist einen Blogeintrag zu verfassen als eine Hausarbeit. Oder einen Zeitungsartikel oder eine Rezension. Schreibt sich quasi von selbst. Entgleitet mir natürlich auch. Als hätte ich die Absicht gehabt über mein Englisch-Abi zu schreiben. Denn eigentlich wollte ich auf etwas ganz anderes hinaus. Auf das gute Gefühl nämlich und den Weg dorthin.

Zehn Tage habe ich dran gesessen. Ich hätte wahrscheinlich nur fünf gebraucht, ohne Ablenkungen wie mein Lieblingsforum oder Twitter. Zehnmal bin ich in die Bib gefahren, da ich hier nicht so gut arbeiten kann, wie ich es gerne hätte. An allen zehn Tagen stand ich morgens gegen 8:45 bei Coffee Bay, kaufte mir zehn Double Americano zum Mitnehmen mit Milch. Insgesamt, nicht jeden Morgen. Las mal die Süddeutsche, mal die FAZ, mal irgendein Buch über politische Theorien. Ich aß 20 Salamibrötchen und 40 Cocktailtomaten. Und was habe ich nicht mitgezählt? Die Anzahl des Uni-Automaten-Kaffees. Gut, wieder was gelernt für die nächste Hausarbeit. Die Strichliste liegt bereit. Aber jetzt ruft die Couch. Schreibpause.

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05. August 2009 Und dann lesen Sie bitte noch… #7

Nach sechs Teilen LektĂĽre-Empfehlungen fĂĽr das Studium der deutschen Literaturwissenschaft gibt es nun das Bonus-Material. BĂĽcher, die man ruhig mal gelesen haben sollte, egal ob man nun Deutsch studiert oder sich generell mit den vielen Facetten der Literaturwissenschaft auseinander setzt. Ich spare mir allerdings die Aufteilung in Epochen oder Sprachen. Vorher noch schnell der Link zur Ăśbersicht aller sieben Leseempfehlungen, sechs von der Uni und diese hier von mir: Klick!

Böll: Wanderer, kommst du nach Spa…
Bukowski: Der Mann mit der Ledertasche
Carroll: Alice im Wunderland
Clowes: Ghost World
Dickens: Oliver Twist
Frisch: Andorra
Kafka: Das Gesamtwerk
Kästner: Das fliegende Klassenzimmer
Kästner: Drei Männer im Schnee
Kerouac: Unterwegs
Lovecraft: Cthulhu
Milward: Apples
Moore: V wie Vendetta
Morgenstern: Galgenlieder
Nietzsche: Ecce homo
Regener: Herr Lehmann
Rhue: Die Welle
Salinger: Der Fänger im Roggen
Satrapi: Persopolis
Schlink: Der Vorleser
Schneider: Schlafes Bruder
Schnitzler: Leutnant Gustl
Welsh: Trainspotting
van Dannen: Neues von Gott

29. Juli 2009 Und dann lesen Sie bitte noch… #6

Auf der ersten Seite im Heftchen LektĂĽre-Empfehlungen fĂĽr das Studium der deutschen Literaturwissenschaft steht dieser Satz: “Bevor der Blick sich ganz auf die deutsche Literatur verengt… – da gibt’s auch noch die Weltliteratur“. Gut, bei mir gibt es die zum Abschluss dieser kleinen Serie. Nein, nicht ganz zum Abschluss, nächste Woche gibt es noch das Bonusmaterial. Aber hier sind die fĂĽr unser Institut wichtigsten Schmöker der Geschichte.

Homer: Die Odyssee (8 Jahrhundert v. Chr.)
Sophokles: Antigone (442 v. Chr.)
Sophokles: König Ödipus (425 v.Chr.)
Aristoteles: Poetik (335 v. Chr.)
Dante Alighieri: Divina Commedia (1321)
Boccaccio: Das Decamerone (1348-1353)
Chaucer: Canterbury Tales (1386)
Shakespeare: Hamlet (1600/1602)
Cervantes: Don Quichote (1605-1615)
Molière: Der Misanthrop (1666)
Defoe: Robinson Crusoe (1719/20)
Voltaire: Candide (1759)
Sterne: Tristram Shandy (1760-1767)
Poe: Erzählungen
Baudelaire: Die Blumen des Bösen (1857)
Flaubert: Madame Bovary (1857)
Dostojewski: Schuld und SĂĽhne (1866)
Dostojewski: Die BrĂĽder Karamasow (1879/80)
Tolstoi: Anna Karenina (1878)
Zola: Germinal (1885)
Joyce: Ulysses (1922)
Beckett: Warten auf Godot (1952)
und natĂĽrlich: Die Bibel!

Sieht schon wieder ziemlich mau aus. Warten auf Godot und die Canterbury Tales stehen auf der Leseliste. Von Robinson Crusoe, Ulysses, Don Quichote, der Odyssee und der Divina Commedia habe ich zumindest Auszüge gelesen. Aber zählt das? Natürlich nicht.

28. Juli 2009 Geht ja gar nicht! Geht ja woooohl!

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