Im Leben begegnen einem manchmal Leute, die sind irgendwie normal und trotzdem schräg. Oder unnormal und schräg. Haben völlig einen an der Klatsche. Oder sind einfach unterhaltsam. Oder total nett. Hier sind meine Personen des Tages, ihr dürft gerne abstimmen, wer die Person des Tages sein soll.
Die Oma
Die Oma sprach laut und herzlich. Über die BILD-Zeitung. Auf die BILD-Zeitung lässt sie nichts kommen. Die findet sie super. Ihre Kinder nicht. Die lästern immer. Deshalb legt die Oma sie auch immer provokant auf den Tisch, wenn ihre Kinder zu Besuch sind. Der alte Schlingel. Warum sie die BILD gut findet, hat sie auch begründet. “Ich bin ne alte Frau. Da sind viele Bilder und kurze Texte, da bin ich schnell fertig und weiß wo die Glocken hängen.”
Der Lehrer
Der Lehrer stand im vollbesetzten Bus und sprach laut in sein Handy. Es war einer jener Busse, die gegen 13:30 vom Hauptbahnhof über die Uni in einen weiter entfernten Stadtteil fahren. Einer jener Busse, die randvoll mit Schülern auf dem Heimweg und Studenten in den Hörsaal sind. Und so stand er da und telefonierte mit einem Kollegen. “Hier, ich hatte gestern keine Lust was vorzubereiten. Da hab ich die Schüler heute Präsentationen machen lassen, hatte ich wenigstens Ruhe. Die Präsentationen waren allerdings nichts, muss das mal mit denen üben. Du hast doch mal ne Stunde zu dem Thema vorbereitet, kannst du mir mal deine Ausfertigung zuschicken? Dann muss ich mir nicht die Arbeit machen.”
Der Tippelbruder
Der Tippelbruder wankte leicht angeheitert und fröhlich lächelnd in den Supermarkt. In der Hand einen Apfel, den er an seinem nicht mehr ganz so sauberen Pullover rieb, bis dieser, also der Apfel, schön glänzte. Langsam bewegte er sich auf Kasse 3 zu. Wischte noch mal über den Apfel. Beugte sich zur älteren Kassiererin, gab ihr den Apfel und sagte: “Dass du mir nicht verhungerst hier, ja?” Sie schaute ihn nicht einmal an, murmelte: “Och! Ja!” Kein Wort des Danks. Aber der Tippelbruder lächelte, zwinkerte. “Nä?!” Die Kassiererin verzog keine Miene, legte den Apfel beiseite und blaffte fast: “Jo!” Der Tippelbruder schlenderte fröhlich aus dem Laden. Der Apfel landete mit großer Sicherheit im Müll.


