thestiller.de / ATTACK OF THE 50 FT SURICATES!



30. Juni 2009 Ende Seite A – Kassette wenden!

War das immer spannend. Man lauschte einem Hörspiel, den drei ??? oder den Fünf Freunden, und nach etwa 45 Minuten kam die Pause. Die Kassette hatte ihr Ende erreicht, man drückte hektisch den Eject-Knopf drehte sie herum und wartete auf den Anfang der B-Seite.

So ähnlich ist das auch mit dem Musikjahr. Ende Juni ist logischerweise Halbzeit. Die zweite Jahreshälfte steht vor der Tür, mit ihr der heiße Sommer, die ersten Lebkuchen Ende August und die unvermeidlichen Greatest Hits Alben zur Weihnachtszeit. Irgendwann hören die Musikredakteure dann die CDs des Jahres durch und erstellen Hitlisten. Vielleicht ist es nur ein Eindruck, aber die Veröffentlichungen der ersten Jahreshälfte landen, zumindest nach meinem Gefühl, oft hinter Platten, die zwischen Juli und Dezember rauskamen. Das mag an der Euphorie des eben gehörten liegen. Oder kommen die besseren Alben wirklich immer erst nach dem Juni auf den Markt? In diesem Jahr könnte man, wenn diese Theorie stimmen sollte, noch Großes erwarten, denn das erste Halbjahr war großartig. Dabei habe ich noch längst nicht alle abgefeierten CDs komplett gehört. Noch nicht die neue von The Gossip, Morrissey, Phantom/Ghost, Archive, Bats For Lashes und Eels.

Trotzdem mal meine persönliche und aus genannten Gründen unvollständige Top 10 des ersten Halbjahres 2009:

10. Bosse: Taxi.
09. Mando Diao: Give Me Fire.
08. The Casting Out: Go Crazy! Throw Fireworks!
07. The Birthday Massacre: Show And Tell.
06. Enter Shikari: Common Dreads.
05. Maximo Park: Quicken The Heart.
04. Lily Allen: It’s Not Me, It’s You.
03. The Mars Volta: Octahedron.
02. Placebo: Battle For The Sun.
01. Franz Ferdinand: Tonight.

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25. Juni 2009 Merkwürdiger Zufall

Ich saß heute im Zug und hatte mir als Lektüre John Boyne’s “Der Junge im gestreiften Pyjama” eingepackt. Als der Regionalexpress sich Mainz näherte, fischte ich in den Untiefen meines Rucksacks nach einem Lesezeichen. Normalerweise finde ich dort immer irgendeinen Zettel, Kassenbon oder Aufkleber. Heute fand ich nur einen einzigen Flyer, der passender nicht hätte sein können. Einen über pädagogische Angebote in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.

Übrigens, das Buch hatte ich ziemlich schnell durch gelesen. Zwei Stunden Zugfahrt und eine Stunde in der Campus-Sonne haben gereicht. Ich will nicht zuviel verraten, falls ihr die wirklich lesenswerte Geschichte noch lesen wollt, daher denkt euch einfach eine mysteriöse Handbewegung und den lauten Ausruf: ACHTUNG! SPOILER!

Spoiler ist auch viel zuviel gesagt. Mehr eine kleine Meinung zum Ende des Buches. Ich las die Seiten und war völlig zwie gespalten. Soll der Autor das Buch so beenden, dass es die größtmögliche Wirkung erzielt oder soll er den kleinen Helden des Buches, der so naiv und positiv durch das Buch tapst, vor dem Unvermeidlichen retten? Ich denke, der Autor hat das richtige Ende gewählt, aber ich wäre ihm auch nicht böse gewesen, wenn er eine andere Entscheidung getroffen hätte.

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25. Juni 2009 Der letzte Pascha von Mainz

Ein Kommilitone, der für seine langatmigen und langweiligen Referate bekannt ist, war völlig erbost. Seine Referatspartnerin, der er die Aufgabe übertragen hatte, die gemeinsame Powerpoint-Präsentation zusammen zu fügen, hatte nicht nur die Hälfte seiner Folien gelöscht, sondern auch Animationen und Fotos aus Zeitgründen reduziert. Er redete sich völlig in Rage, schimpfte auf sie und auf seine Referatspartnerinnen allgemein und schloss mit der größten Ernsthaftigkeit, die ein Mensch an den Tag legen kann:

Da muss man auch mal mit der Faust auf den Tisch hauen und ehrlich sagen: Das darf keine Frau machen!

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24. Juni 2009 Und dann lesen Sie bitte noch…

Zu Beginn meines Studiums bekamen wir alle ein kleines Heft voller Lektüre-Empfehlungen für das Studium der deutschen Literaturwissenschaft. Texte und Bücher, die wir uns im Laufe des Studiums, so heißt es in der Anleitung, kaufen und auch lesen sollten. Ich habe mir jetzt, wo sich das Studium langsam dann hoffentlich doch mal gen Ende neigt, meinen Textmarker geschnappt und die Liste bearbeitet. Nun. Die Seiten sind relativ weiß geblieben. Ich habe zwar viel gelesen, aber irgendwie immer andere Texte oder sowieso andere Bücher als die in dieser Empfehlung.

Um mir ein schlechtes Gewissen zu machen (oder als kleiner Ansporn), aber auch um mal zu zeigen, was man denn so gelesen haben sollte, werde ich in den nächsten Wochen immer mal wieder neue Teile der Liste vorstellen und auch markieren, welche Texte ich gelesen habe und welche nicht. Die Literatur des Mittelalters werde ich allerdings mal aussparen, die liest ja fast keiner freiwillig, auch wenn es da tatsächlich gute Texte gibt. Los geht es aber mit Sturm und Drang und Klassik.

Sturm und Drang
Herder: Über Ossian und die Lieder alter Völker (1773)
Lenz: Anmerkungen übers Theater (1774)
Lenz: Der Hofmeister (1774)
Lenz: Die Soldaten (1776)
Goethe: Frühe Hymnen, Lieder, Balladen
Goethe: Die Leiden des jungen Werthers (1774)
Goethe: Götz von Berlichingen (1772)
Goethe: Urfaust (1772-1775)
Schiller: Die Räuber (1781)
Schiller: Die verschwörung des Fiesko zu Genua (1783)
Schiller: Kabale und Liebe (1784)
Schiller: Anthologie auf das Jahr 1782 (1782)
Schiller: Über die tragische Kunst (1792)
Klinger: Über Sturm und Drang (1977)

Klassik
Goethe: Iphigenie auf Tauris (1786)
Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre (1795/96)
Goethe: Wilhelm Meisters Wanderjahre (1821)
Goethe: West-östlicher Divan (1819)
Goethe: Faust (1808, 1832)
Schiller: Die ästhetische Erziehung des Menschen (1795)
Schiller: Maria Stuart (um 1800)
Hölderlin: Hyparion oder der Eremit in Griechenland (1797-99)

Zumindest Schiller kann ich in nächster Zeit mal angehen. Von ihm habe ich hier ein paar Reclam-Heftchen rumfliegen.

23. Juni 2009 Und das Publikum sagt: TRÖÖÖÖT!

Vater und Sohn sitzen vor dem Fernsehgerät und schauen sich ein Spiel des Fußball-Confederations-Cup an, der in diesem Vor-WM-Jahr in Südafrika stattfindet.

Vater: Ist das ätzend!
Sohn: Hm?
Vater: Dieses Tröten die ganze Zeit.
Sohn: Och.
Vater: Das nervt doch. Klingt wie in nem Bienenschwarm.
Sohn: Das gehört halt zu deren Kultur.
Vater: Ist doch furchtbar, mit den Tröten da.
Sohn: Vuvuzela.
Vater: Was?
Sohn: Vuvuzela. So heißen die Tröten.
Vater: Die sollten mal die Außenmikrofone leiser stellen.
Sohn: Schalt doch den Ton aus.
Vater: Dann hör ich ja nicht mehr, was der Kommentator sagt.
Sohn: Der erzählt doch eh nur Mist, sagst du immer.
Vater: Das Tröten nervt jedenfalls.
Sohn:

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