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5 Fragen an: Eoin Colfer

Es gibt Lesungen, die laufen nach einem recht simplen Schema ab. Der Autor liest aus seinem Buch vor, danach beantwortet er Fragen. Spricht er kein Deutsch, so hat er meistens einen mehr oder weniger prominenten Menschen an seiner Seite, der aus der deutschen Ausgabe seines Werks vorliest. Und es gibt Lesungen, da sitzen Freunde auf der Bühne und das Buch gerät fast nur Nebensache – gestern sehr zum Vergnügen des Publikums in Bonn, zu dem auch die Beste und ich gehörten.

Eoin Colfer hatte sich Peter Lohmeyer für seine Lesetour zu Und übrigens noch was… ausgesucht. Der Autor und der Schauspieler sind schon länger ziemlich dicke, Lohmeyer selbst wurde in einem Artemis Fowl-Band mit der Figur des Dr. Schalke gewürdigt. Colfer las einen Teil über die Vogonen, Pfarrerssohn Lohmeyer über Cthulhus Bewerbungsgespräch als neuer Gott des Planeten Nano. Und danach wurde gefrotzelt. “Eigentlich ja völlig langweilig, bis auf…” fuhr Lohmeyer mit einer weiteren Stelle fort, nicht ohne Colfer immer mal wieder anzuschauen, wenn die Worte Tentakel oder Schleim fielen. “Nein, natürlich ist das nur Spaß, kaufen Sie das Buch. Aber kaufen Sie nicht das Hörbuch, denn ich habe es nicht eingesprochen.”

Selbstverständlich blieb auch ein wenig Zeit für Fragen. Marvin sei einen zu schönen Tod gestorben, als dass er ihn hätte wieder beleben können, erklärte Colfer einem Zuhörer, der den paranoiden Roboter im sechsten Teil der Per Anhalter durch die Galaxis-Reihe vermisste. Und nein, er habe keine der Notizen Adams’ für einen weiteren Band genutzt, zum einen, da sie eher zu einem Hörspiel, aber nicht aber zur Dramatik eines Buches passen, zum anderen, da er so freier arbeiten konnte. “Sonst hätte einer gesagt, Douglas hätte es so gemeint, ein anderer, nein, das hat eigentlich anders geplant.”

Nach der Autogrammstunde hatten wir noch die Gelegenheit zu einem kurzen Interview mit Eoin Colfer, bei dem sich Herr Lohmeyer an meiner Tasche zu schaffen machte und einen “Keine Panik”-Button daran pinnte – leider nicht fest genug, so dass er während der heutigen Karnevalsfeierlichkeiten auf dem Kölner Heumarkt im Getümmel verloren ging.

Herr Colfer, wie fühlen Sie sich jetzt, nachdem ihr Buch erschienen ist? Im Vorfeld mussten Sie ja einiges an Kritik von den Fans einstecken.

Ich bin schon ein bisschen entspannter. Bevor das Buch kam, waren die Fans nicht sehr glücklich über die Idee eines neuen Bandes, aber nun scheinen sie zufrieden zu sein. Ich war auf einer Hitchhiker-Convention in London als das Buch erschien und ich wusste nicht, was passieren würde. Ich hätte getötet werden können. Aber die Leute waren alle sehr nett, denn sie merkten, dass es ein Liebesdienst war, ein Tribut an Douglas Adams und keine Geldmacherei.

Haben die Verwandten von Douglas Adams irgendwelche Forderungen an Sie gestellt was Inhalte des Buches angeht? Oder hatten sie vollkommen freie Hand?

Nein, sie haben es mir komplett überlassen. Wenn ich Douglas Notizen hätte nutzen wollen, hätte ich sie haben können, wenn nicht, dann nicht. Es gab auch keine Kontrolle. Sie sagten, wir wollen, dass du das Buch machst, wir sehen uns in sechs Monaten.

Sie haben erwähnt, dass sie Marvin nicht mehr zum Leben erwecken wollten. Ist Random Dent als mürrischer Teenager der Ersatz für den Roboter?

Ich denke, Left Brain, Zaphods zweiter Kopf, ist so etwas wie ein Marvin-Ersatz. Random hat mir einfach die Arbeit leichter gemacht, da ich generell über Teenager schreibe. Sie hat mir geholfen das Buch zu schreiben, mit ihr fühlte ich mich etwas wohler, heimischer.

Am Ende von Und übrigens noch was… heißt es “Das Ende – Eines der Mittelteile”. Kann man von Ihnen also weitere Anhalter-Bände erwarten?

Nein, von mir nicht. Aber ich hoffe, jemand anderes wird die Serie fortsetzen. Jemand, den man kennt und der Douglas Adams mag. Vielleicht in einem Jahr und dann immer weiter.

Noch eine Frage für die Fans von Artemis Fowl, im nächsten Jahr erscheint das neue Buch, wie sieht es denn mit den Planungen für den Kinofilm aus?

Er ist in der Produktionsphase. Aber ein anderes Buch von mir, Airman, wird gerade verfilmt und wird vorher in die Kinos kommen. Ich bin schon sehr gespannt darauf.

Vielen Dank!

Wer Eoin Colfer und Peter Lohmeyer zusammen live sehen möchte, der hat noch drei Chancen, heute sind sie in Hamburg, morgen in Berlin und am Freitag in Wien.

11. November 2009 | Kategorie: Literatur

10 Kommentare zu 5 Fragen an: Eoin Colfer

  1. Antje schrieb am 11. November 2009 um 19:44 Uhr:

    Kleines und feines Interview. Ich wusste gar nicht, daß Airman verfilmt wird. :-)


  2. dieTauschlade schrieb am 12. November 2009 um 11:00 Uhr:

    offtopic: die cd ist soeben angekommen. vielen dank nochmal :)


  3. stiller schrieb am 12. November 2009 um 13:15 Uhr:

    Antje: Ich kannte nicht mal das Buch. ;)

    dieTauschlade: Schön, freut mich. :)


  4. elbenno schrieb am 12. November 2009 um 19:03 Uhr:

    Hö? Wer ist das? Wieso schreibt er Douglas Adams weiter? Wieso weiß ich nichts davon? STILLER! Argh.

    Ist das Buch gut?

    Totale Verwirrung.

    Darf man das eigentlich ist? Macht man das eigentlich?


  5. stiller schrieb am 12. November 2009 um 22:18 Uhr:

    Benno, für all deine Fragen habe ich einen einzigen Link als Antwort. ;) Den hier: http://thestiller.de/?p=931


  6. elbenno schrieb am 13. November 2009 um 16:56 Uhr:

    Danke für die Info, hab’s gerade gelesen. Ganz schön gewagt irgendwie, zum Glück scheint es ja zu funktionieren. Bin noch immer verdutzt.


  7. stiller schrieb am 13. November 2009 um 20:16 Uhr:

    War ich auch. Und viel Spaß beim lesen. Hast ja noch fast ne Woche bis zum nächsten Literatur-Podcast. ;)


  8. elbenno schrieb am 15. November 2009 um 11:35 Uhr:

    Schaffen werd ich das zeitlich nicht mehr. ;-) Werde mir das Buch aber definitiv näher anschauen. “Random Dent” klingt jedenfalls schon unheimlich cool.


  9. stiller schrieb am 16. November 2009 um 08:37 Uhr:

    Ja, die Kleine ist klasse. Erinnert mich an die kleine Schwester, die ich nie hatte. :D


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