
Linkes Foto: ©Wild Bunch (Central)
Don’t believe the hype!
Eigentlich wollte ich gar nicht mehr Worte über Paranormal Activity verlieren. Ich mache es trotzdem. Falls ihr den Film sehen wollt (Macht das nicht!), denkt euch eine mysteriöse Handbewegung und ein Schild auf dem dick und fett SPOILERGEFAHR steht.
Aber eigentlich könnt ihr auch ohne Probleme weiterlesen. Denn in dem Film passiert im Grunde rein gar nichts. Gut, zumindest über weite Strecken. Zur Story: Micah und Katie hören nachts Geräusche in ihrem Haus. Also besorgt er eine sündhaft teure Kamera, für die Autofokus nicht zur Standardausstattung gehört und bei hektischen Kamerafahrten auch mal schnell zur Übelkeit beim Zuschauer führen kann. Wenn ihr in den Film geht (Wirklich, spart euch das Geld!), nehmt Reisekaugummis und was zu trinken mit. Ich habe ne halbe Packung TicTacs gefuttert. Wo war ich? Ach ja, die Kamera. Ja, Micah kauft eine Kamera, stellt sie in seinem Schlafzimmer auf und lässt sie nachts laufen. Hin und wieder versucht er Katie dabei zu einem Privatporno zu animieren, aber nichts ist.
In der ersten Stunde, vielleicht auch in den ersten zwei oder gefühlten 12 Stunden des Films ist der Ablauf nun folgender: Nachts läuft die Kamera und ab und zu scheppert mal was, woraufhin die beiden aufspringen, mit der Kamera durchs Haus rennen und natürlich nicht auf die Idee kommen mal das Licht anzuschalten. Im Hellen kann man ja auch nicht so gut rumkreischen. Tagsüber zieht Micah, der einfühlsamste Mensch auf Erden (NOT!) die völlig verängstigte Katie auf – oder aber plant, wie er mit dem Dämon, der sich scheinbar im Haus der beiden eingenistet hat, reden kann. Oder ihn überwältigen. Oder provozieren, damit sich mal was tut. Dann ist wieder Nacht, schepperschepper, Tag, laberlaber, Nacht… got it?
Nun könnte ein “Hu, hier spukts und wir filmen alles mit der Handkamera”-Film ja theoretisch gut sein. Blair Witch Project war gruselig. Aber da passierte auch was. Da gab es Spannung und einen unheimlichen Wald. Bei Paranormal Activity gibt es ein Haus mit Pool in einem Vorort mit drei oder vier Schlafzimmern für zwei Leute und gähnende Langeweile. Gepaart mit zwei tierisch nervigen Hauptfiguren, die nicht einmal die Schlafzimmertür schließen, auch wenn der Dämon sichtlich nicht durch Wände und Türen gehen kann. Und mit einem Typen, der mit Verstorbenen reden, aber nichts für Micah und Katie tun kann und bloß ein zweites Mal auftaucht, weil sein Dämonenberaterkollege im Urlaub ist, aber nach zehn Sekunden wieder verschwindet.
Der Dämon, der immer mal wieder durchs Haus huscht und Dinge runterschmeißt, kommt erst gegen Ende in Fahrt. Da wird Katie an den Füßen durchs Haus geschleift und Micahs Foto an der Wand zerkratzt und… Ja. Aber Spannung kommt trotzdem nicht auf. Der Dämon kündigt sich durch ein Brummen oder Surren an, es gibt praktisch keine Schockeffekte. Vielleicht funktioniert Paranormal Activity auch nur zuhause. Vielleicht hat er ein Rating von 7,1 bei der IMDB, weil sich Millionen US-Teenies den Film illegal heruntergeladen und auf Pyjamaparties angesehen haben. Wenn es dann auf dem Dachboden knarzt oder die Katze im Erdgeschoss ne Vase vom Kamin fegt, dann wird es gruselig. Aber zwischen Popcornschmatzen und Colaschlürfen und Kamera-Übelkeit-Würgen blieb nur Platz für herzhaftes Gähnen. Und die Erkenntnis, dass die einzige paranormale Aktivität rund um den Film der Hype ist.
Oo Wow. So Film-zerreißend kenn ich dich gar nicht
Sehr gute Rezension, viel interessanter als der Film an sich. Martin++
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ich habe herzlich gelacht als ich mir den film im oktober in new york angeschaut habe. solch ein amerikanischer klischeetyp. diese mischung aus blair witch project und poltergeist. nee, verstehen kann ich das mit dem “scariest movie ever” auch nicht. aber zumindest haben wir gelacht.
Hannah: Naja, ich sehe normalerweise keine so miesen Filme im Kino, daher ist und bleibt es hoffentlich auch die Seltenheit.
Jérôme: Ich erröte!
Tanja: Stimm ich dir zu, totales Klischee. Und zwischenzeitlich mussten wir auch lachen, so platt wars.
Glaube auch, dass das eher so ‘n Zuhause-Guck-Teil ist. Und nach deiner Einschätzung, der ich einfach mal blind vertraue, kann ich ja jetzt auch mit gutem Gewissen mal kein überteuertes Kinokarten-Geld für den “Hu, hier spukts und wir filmen alles mit der Handkamera”-Film ausgeben und brav auf die ProSieben-Free-TV-Premiere warten
…
Dämonenberaterkolleg *lach* … also ich mag ja solche Filme garnet … mir hat der Trailer gereicht … ich will nichts sehen was langsam unter der Bettdecke hoch gekrochen kommt … ausser es atmet und hat sich vorher vorgestellt *ggggg*
lia: Ich bin gerührt, dass mir mal jemand traut was Filme angeht.
Frau Hölle: Ach, die Katie aus dem Film kannte den Dämon schon aus ihrer Kindheit und geatmet hat er auch.
Ja dann, ist das sicherlich ein total toller Film – wenn sich da alle schon kennen *g*
Hab dem Hype gleich nicht getraut – den Trailer fand ich eh eher lächerlich; so was hält mich erfolgreich vom Kino fern.
Beim Trailer war das für mich ein entweder wird der Film großartig oder Grütze-Ding.
Du scheinst dein Leben zu lieben?
Ich überlege an ner kreativen Antwort, aber ich bin bloß verwirrt.
*gääähn* Okay, dann spar ich mir den.
Zuhause wirkt der genau so wenig. Hab ich schon geteste. Aber nicht weitersagen.
Oh, ich hab die Eigenschaft Filme zu mögen, die alle anderen kacke finden. Ich war gestern drin und fand ihn gut. Ich finde sogar, dass insgesamt schon mehr passiert ist als bei Blair Witch Project.
Ich mag solche Filme im Allgemeinen irgendwie, weil ich mich irgendwie immer in die Personen reindenke und wenns in meinem Haus poltern und knurren würde, könnt ich auch nicht schlafen. Aber naja, jedem das seine.
Von dem Hype, von dem du sprichst hab ich nicht mal was gemerkt. “Ich geh heut in Paranormal Activity” “Wat fürn Ding?”, bei uns hat keiner was davon mitbekommen. Wie gesagt, ich hatte schon meinen Spaß, auch wenn man ihn ein zweites Mal sicher nicht ansehen sollte, weil es dann wirklich langweilig wäre. Also kein DVD Kauf.
btw nettes Weihnachtstheme ^^
Jenny: Niemals. Und danke für den Test.
Celina: Das Schlimme an dem Film ist ja, dass die beiden trotzdem noch so gut geschlafen haben. Ich wäre ja längst auf und davon gewesen oder hätte nachts kein Auge mehr zu getan. Und der Hype war auch eher auf Amerika bezogen bzw. allenfalls noch auf die deutsche Werbung im Vorfeld als Schocker des Jahres und so. Aber hey, schön, dass er dir gefallen hat.
Eigentlich guck ich solche Filme nicht, weil ich vieeeeeel zu schreckhaft bin. Aber das hier nimmt mir gerade die “Angst” davor… trotzdem, wenn ich ihn gucke dann wohl nur bei Sonnenschein
Das mit dem Klischee sieht man allerdings schon im Trailer, den ich übrigens gut gemacht finde. Und genau deswegen wirkt der in Amerika so. Die Häuse sind alle aus Holz, alles knarzt und knackt… die sind so, daher wirkt das. Bei uns ist das anders, bei uns wirkt das anders – eben lächerlich
Würd ich mal so behaupten. ich glaube, ich muss ihn wirklich mal sehen =D
Ich würde dir das ja nicht empfehlen, der Trailer ist sehr trügerisch.