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Up In The Air


Foto: DW Studios LLC und Cold Spring Pictures

Das muss man sich mal vor Augen halten. Jason Reitman ist gerade mal 33 Jahre alt und hat schon drei großartige Filme als Regisseur gedreht. Gab es da überhaupt mal einen, der schneller zu Ruhm kam, mal abgesehen von Orson Welles? Thank You For Smoking war eine brillante Satire über Zigarettenkonzerne und -konsumenten, Juno die vielleicht geistreichste Coming-of-Age-Komödie überhaupt und mit Up In The Air lässt er nun George Clooney die Hauptfigur aus Walter Kirns Mr. Bingham sammelt Meilen über das Sesshaftwerden sinnieren.

The Sound Of Settling von Death Cab For Cutie ist vermutlich kein Song, den Ryan Bingham auf seinem iPod hört, während er über die Wolken schwebt, von Job zu Job. Seine Heimat Omaha in Nebraska sieht er so gut wie nie und darüber ist er mehr als glücklich. Vermutlich verständlich, eigentlich kennt man aus der Stadt nicht viel mehr als das Saddle Creek Label um Conor Oberst und seine Band Bright Eyes.

Mr. Bingham arbeitet bei einem Unternehmen, für das die Wirtschaftskrise eine Art Goldrausch bedeutet. Firmen engagieren Bingham und seine Kollegen um ihre Angestellten zu feuern. Und so fliegt er von der Ostküste in den Westen, vom Norden in den Süden und sammelt dabei jede Menge Bonusmeilen. Das große Ziel von 10.000.000 Meilen vor Augen, trifft ihn eine Neustrukturierung seiner Arbeit wie ein Schlag. Eine junge Uni-Absolventin hat Binghams Chef bequatscht und zukünftig sollen die Kündigungen über Webcam abgewickelt werden. Bingham zittert um seine Meilen – und seine Freiheit.

Der Film schafft es ziemlich gut die Stimmung seiner Hauptfigur auf den Zuschauer zu übertragen. Besser gelang dies eigentlich nur Sophia Coppola in Lost In Translation. Und doch spürt man, wie Mr. Bingham mit der drohenden Veränderung zu kämpfen hat und sie schließlich akzeptiert. Wie er die Rolle in seiner Familie findet. Wie er lernt, seinen Rucksack zu packen (Schaut den Film!). Bloß das Ende, von dem ich nichts verraten möchte, wirkt ein wenig gehetzt, da geht diese Stimmung, die Empathie ein bisschen verloren.

Und wie schon in seinen vorherigen Filmen hat Reitman Up In The Air perfekt besetzt. George Clooney ist smart wie immer (und außerdem wird man das Gefühl nicht los, er spielt ein bisschen sich selbst und der Rest vom Cast stichelt munter drauf los), Anna Kendrick befreit sich vom Twilight-Teenie-Quatsch, Vera Farmiga verdreht Clooney tückisch den Kopf (übrigens meinte bei dem entscheidenden Part der Story eine Frau neben uns, dass so Sachen doch normalerweise nur Männer fertig bringen). Dazu gehören auch der großartige J.K. Simmons und Jason Bateman wieder zu Reitmans Ensemble. Sind für ihn vermutlich so wie Helena Bonham-Carter und Johnny Depp für Tim Burton.

Tja, jetzt bleibt das Warten auf die Oscar-Verleihung. Nominiert ist Up In The Air in den Kategorien bester Hauptdarsteller, gleich zweifach für die beste Nebendarstellerin, für das beste adaptierte Drehbuch und natürlich auch in den Königsklassen beste Regie und bester Film. Und sind wir mal ehrlich, verdient hätte er alle sechs Academy Awards. Auch wenn das bei der besten Nebendarstellerin schwierig wird.

21. Februar 2010 | Kategorie: Filme und Serien

9 Kommentare zu Up In The Air

  1. Mona schrieb am 21. Februar 2010 um 19:47 Uhr:

    Ich fand den Film auch einfach nur total wunderbar. War auch das erste Mal, dass ich George Clooney bewusst als Schauspieler wahrgenommen habe (und entschied, dass wir heiraten werden).


  2. Miss Carrie schrieb am 21. Februar 2010 um 20:32 Uhr:

    Was haben eigentlich immer alle Frauen mit George Clooney? So toll finde ich den jetzt auch nicht.
    Aber den Film schon.


  3. Babel schrieb am 21. Februar 2010 um 20:56 Uhr:

    ich fand ihn auch super :)


  4. Lunatic schrieb am 21. Februar 2010 um 22:35 Uhr:

    Genialer Film, jaa :D


  5. lia.R schrieb am 22. Februar 2010 um 12:12 Uhr:

    George Clooney is schon ‘ne Schnitte. Muss mir den Film auf jeden auch noch angucken …


  6. Dr. Borstel schrieb am 22. Februar 2010 um 23:02 Uhr:

    Verdammt, scheinbar scheint wirklich jeder diesen Film genial zu finden. Von Reitmans bisherigen Arbeiten braucht man ja gar nicht erst reden. Also muss ich vielleicht doch noch ins Kino …


  7. Jens schrieb am 23. Februar 2010 um 00:59 Uhr:

    Ich hoffe den hast du dir mit ner Frau angeschaut :-P


  8. dennis schrieb am 23. Februar 2010 um 10:49 Uhr:

    ich komme ja normalerweise auch nicht so mit george aus (vor allem wenn er dann auch noch die hauptrolle spielt).
    aber bei deiner tollen beschreibung muss ich mir den film dann doch noch anschauen.


  9. stiller schrieb am 23. Februar 2010 um 19:51 Uhr:

    Ach, George Clooney ist schon ein lässiger Typ.



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